Engagement 2.0: Ehrenamt neu gedacht!

Turnverein Hude von 1895 e. V.

Projektbeginn: 01.06.2016

Projektende: 31.05.2018

Kurzbeschreibung des Projektes

Seit vielen Jahren ist leider ein Rückgang des ehrenamtlichen und freiwilligen Engagements in den Sportvereinen zu beklagen. Dieser deutschlandweite Trend hat auch vor dem TV Hude nicht halt gemacht. Gleichzeitig ist die Bereitschaft in der Bevölkerung, sich freiwillig zu engagieren so groß wie nie. Anderen Gruppierungen gelingt es besser als den Sportvereinen diese Freiwilligen für sich zu akquirieren.  Unsere Schlussfolgerung: „Wir müssen etwas anders machen als bisher.“
Ein Engagement-Quick-Check wurde in 2015 im Gesamtvorstand des Vereins durchgeführt. Aus diesem Ereignis heraus ist die Idee entstanden, weitere Workshops durchzuführen um ein aus der Basis heraus entwickeltes Engagement-Konzept aufzustellen und dieses nachhaltig zu installieren.
Geplant ist es nun in den Jahren 2016 und 2017 in mehreren vom LandesSportBund Niedersachsen begleiteten Workshops mit den einzelnen Abteilungen des Vereins und auch mit der Vereinsführung Strukturen aufzubauen, die das bürgerschaftliche Engagement im Verein nachhaltig fördern.  Parallel dazu sollen einzelne erarbeitet Maßnahmen auch direkt umgesetzt werden. Im Einzelnen können diese zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vollständig aufgeführt werden.
In den Sommern 2016 und 2017 ist jeweils eine große öffentlichkeitswirksam in Szene gesetzte Anerkennungsveranstaltung im TV Hude geplant. Tagsüber finden parallel 2 Workshops zum Thema und 2 interne Fortbildungen statt. Abends ist eine große Helfer-Grillfete mit Livemusik angedacht.

 

Beschreibung der Ausgangslage / Situation vor Projektstart

Das freiwillige Engagement im TV Hude ist durchaus vorhanden, geht aber zurück. Es gibt niemanden der sich systematisch darum kümmert. In den einzelnen Sparten des Vereins wird ganz unterschiedlich damit umgegangen, es gibt mehr negativ- als Positivbeispiele. Im Vorstand des Vereins war das Thema jahrelang nicht präsent, es wurde vorausgesetzt. Seit 2015 ist das Thema auf Vorstandsseite aber in den Vorstand gerückt. Das Projekt ist ein erster Schritt sich dem Thema systematisch anzunähern.

Was soll durch das Projekt erreicht werden?

- Gewinnung und Einbau eines Engagementmanagers in den Gesamtvorstand des Vereins.
- Gewinnung und Einbau von Engagementkoordinatoren in die Abteilungsvorstände des Vereins.
- Aufbau einer Engagement-Börse / eines Engagement-Stellenmarktes auf der Vereinshomepage.
- Etablierung einer Anerkennungsveranstaltung für aktuelle und ehemalige Engagierte im Verein.
- Erhöhung der Zufriedenheit der Engagierten im Verein.
- Verbesserte Erfolgsquoten bei der Gewinnung und Bindung von Engagierten für und an den Verein.

Welche Maßnahmen wurden im Verlauf des Projektes umgesetzt?

- Ehrenamtsfest 2016 (Nachfolgeveranstaltung findet im August 2018 statt)
- Vier Workshops in der Schwimmabteilung (Pilotabteilung 1) zur Entwicklung engagementfreundlicher Strukturen
- Drei Workshops in der Handballabteilung (Pilotabteilung 2) zur Entwicklung engagementfreundlicher Strukturen
- Mehrere Ausbildungen, insbesondere für junge Engagierte wurden ins Haus geholt und vor Ort ausgerichtet (JuLeiCa, Sportassistenten und Erste Hilfe).
- Eine 400 Euro-Kraft wurde für einige Monate eingestellt um die Engagierten bei der Grundlagenarbeit zu unterstützen (Umsetzen der erarbeiteten Stellenprofile, Organisation von Workshops etc).

Was hat sich im Verein / Verband durch das Projekt verändert?

Das Thema Engagementförderung ist inzwischen omnipräsent und hält Einzug in alle Köpfe. Bisherige Höhepunkt war die Zertifizierung des Vereins zum engagementfreundlichen Verein in silber, gewissermaßen als perfekter Projektabschluss im Mai 2018.
Alle Grundlagen für eine systematische Engagementförderung wurden erarbeitet. So liegen z. B. in den Pilotabteilungen und für alle "Ämter" auf Gesamtvereinsebene ausführliche Stellenbeschreibungen vor. Ein riesen Erfolg konnte gefeiert werden, als bei den Vorstandswahlen 2018 trotz zwei ausscheidender Vorstandsmitglieder unser Vereinsvorstand erstmals seit vielen Jahren wieder die voll Stärke von 5 Personen erreichte. Hier wurde der Nutzen und die Effektivität der Stellenausschreibungen und systematischen Ausschreibung dokumentiert und von Erfolg gekrönt.
Eine Baustelle offen ist noch im Bereich finden und installieren von Engagementkoordinatoren in den Abteilungen. Hier waren unsere Bemühungen bislang mehr oder weniger erfolglos.

Was können andere Vereine / Verbände aus Ihrem Projekt lernen?

- Das Thema Engagementförderung zum zentralen Thema der Vorstandsarbeit machen und nicht locker lassen.
- Mit Hilfe der Beratungsangebote des LSB sich systematisch dem Thema annehmen.
- Im Nachhinein lässt sich sagen, dass zur Aufrechterhaltung der Motivation ein zu kleinteiliges Vorgehen ungünstig ist. Eine Abarbeitung in größeren längeren Workshops vielleicht motivierender als in immer wieder kehrenden kleinen Workshops am Abend in der Woche.
- Die Aufgaben die in der Organisation anstehen systematisch schriftlich erfassen und in Stellenprofile bündeln ist super hilfreich und lässt Engagierten auch die Chance mal zu äußern, welche Aufgaben sie eigentlich gerne übernehmen und welche sie gerne abgeben würden.

Was hat Ihnen bei der Umsetzung des Projektes geholfen?

- Der Austausch mit verschiedenen Personen im Verein.
- Der Austausch mit anderen Vereinen der Region.
- Die Beschäftigung mit den Fragestellungen aus dem Quick-Check und dem Zertifizierungsprozess - hier auch die Rückmeldung durch den zuständigen Auditor.
- Klare Unterstützung auch finanzieller Natur durch den Vorstand.

Was hat Sie bei der Umsetzung des Projektes behindert?

- Das Interesse von bereits Engagierten ist mitunter nicht sehr ausgeprägt wenn es darum geht die Arbeiten die sie tun schriftlich abzubilden. Es wird aus unnötiger Zusatzaufwand angesehen auch wenn die Sinnhaftigkeit grundsätzlich verstanden wird.
- Mitunter ist der Prozess langatmig bevor konkrete Erfolge zu sehen sind.
- Es findet sich bislang kein Kümmerer für die Engagierten (Engagementkoordinator).

Was würden Sie beim nächsten Projekt anders machen?

- Größere, längere Workshops um größere sichtbarere Fortschritte auf einmal zu erzielen.

Wie wird das Projekt im Verein / Verband weitergeführt?

Das abgeschlossene Projekt kann nur ein Zwischenschritt sein. Die entwickelten Strukturen müssen gepflegt und etabliert werden. So steigt im August 2018 das zweite Engagementfest des Vereins und ein Folgeprojekt soll genutzt werden um gezielt im Bereich der Anerkennungssysteme modernere auch für junge Engagierte attraktivere Elemente zu entwickeln. In diesem Zusammenhang soll auch eine einheitliche und gemeinschaftsstiftende "Arbeitskleidung" für Engagierte entwickelt und zur Verfügung gestellt werden.

Beurteilung des Projektes

Letztlich haben wir sehr viel erreicht und schon einige Erfolge gefeiert. Die erfolgreiche Besetzung von gleich drei offenen Vorstandspositionen sowie die Zertifizierung zum engagementfreundlichen Verein waren die Highlights. Dennoch sind wir noch nicht ganz zufrieden und nicht alle Punkte die wir uns vorgenommen haben konnten umgesetzt werden. Das Projekt hat uns enorm geholfen die Basisarbeit zu machen. In einem Folgeprojekt wollen und müssen wir nun aber die nächsten Schritte gehen. Und es ist davon auszugehen, dass auch noch ein drittes und ein viertes Projekt folgen werden, bevor die entwickelten Strukturen dann langfristig "routinemäßig" weiter gepflegt werden können.

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