„Unsere Übungsleiterin Leonie Remfort ist in erster Linie in unseren integrativen Sportprojekten aktiv. Eigenständig leitet sie eine HipHop-Gruppe, Breakdance- Gruppe, Schwimm- und Trampolingruppe, sowie Basketball mit Frauen aus Flüchtlingsfamilien. In Kombination mit anderen sportübergreifenden Projekten verfolgt Leonie unser Ziel des Abbaus von Diskriminierung und Vorurteilen sowie der Förderung der gesellschaftlichen und kulturellen Integration von Flüchtlingen.
Ob Thema „Breakdance an sozialen Brennpunkten“ oder „Basketball mit syrischen Flüchtlingen“, die Übungsleiterin des Jugendwerks ist mit ihren partizipativen Ideen und den vielfältigen, häufig modellhaften Projekten ein Gradmesser für die Interessen und Bedürfnisse junger Menschen, die sich im integrativen Bereich engagieren wollen. Die langjährige, ehrenamtlich organisierte sportbezogene Integrationsarbeit des Jugendwerks in Wittmund, Esens, Leer und Emden würde ohne selbstlosen Einsatz von Jugendlichen um Leonie nicht möglich.
Leonie kam als 13-Jährige aus Nordreinwestfallen nach Ostfriesland und widmet ihre Freizeit seit dem der Jugendarbeit. 1008 Ehrenamtsstunden schenkte Leonie Kindern und Jugendlichen in 2015! Ihr junges Herz schlägt für benachteiligte Kinder. Wenn Anas und Himn mit den Kindern und Jugendlichen in den sozialen Brennpunkten sprechen, wissen sie wie diese sich fühlen und was sie brauchen. Denn sie wissen wie es war, als sie selbst von Syrien als Flüchtlinge gekommen sind. Die Ankunft im unbekannten Ostfriesland, das Vermeiden der Perspektivlosigkeit haben sie auch ihrer Betreuerin zu verdanken.
 

Leonie Remfort  ist Jugendgruppenleiterin und Übungsleiterin in einem. Sie engagiert sich seit 2012 in der Vereinsintegrationsarbeit. Zusammen mit anderen jungen Menschen initiiert sie verschiedene Sport- und Integrationsprojekte, Aktionen. In erster Linie solche, die Einheimische und Migranten zusammen bringen und einander bereichern können. Wöchentlich betreuen Leonie und ihre Helfer regelmäßig 100 Kinder und Jugendliche: Migranten und andere sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche. Alle engagieren sich nicht nur in der Woche, sondern auch an den Wochenenden und in den Ferien. Ehrenamtlich versteht sich.
Leonie lebt ihre ehrenamtliche Aufgabe leidenschaftlich. Die Achtzehnjährige setzt neue Maßstäbe für die Jugendintegrationsarbeit. Im ländlich gelegenen Landkreis Wittmund, leben auch viele zugewanderte Familien isoliert von dem kulturellen und sozialen Gesellschaftsleben. Sie haben wenig Kontakt zur Außenwelt. Da die sozialen Kontakte zwischen den Migranten und Einheimischen leider gering bleiben, geht die Kluft zwischen ihnen immer weiter auseinander.
Bei den Gesprächen mit den älteren Jugendlichen ist Leonie aufgefallen, dass mehrere von ihnen bereit waren, sich in ihrer Freizeit für die sozial zu engagieren. Die Idee für das Integrationsprojekt „Gemeinsam“ war geboren.

Mit Unterstützung  eines Sozialpädagogen und drei jugendlichen Helfern, fing Leonie an ältere Jugendliche aus Flüchtlingsfamilien für das Ehrenamt zu stärken und zu schulen. Das Projekt läuft seit April 2014 und wird an verschiedenen Orten in den Landkreisen Wittmund, Aurich und Leer durchgeführt. Unter dem Motto „Gemeinsam statt einsam" ist ein innovatives integratives Freizeit- und Sportangebot für Kinder und Jugendliche entstanden. „Die jungen Menschen, die sich bis jetzt nicht angenommen in Deutschland fühlen, werden schnell zu der Salafisten-Szene hingezogen. In unseren Gruppen finden diese jungen Menschen die gesuchte Anerkennung und werden zu Freunden der Demokratie und Völkerverständigung“, sagte Leonie bei einer Jugendleiterversammlung.

 

Während der vergangenen Projektjahre, haben Leonie und ihre jugendlichen Mitstreiter den ca. 250 Kindern viel beibringen und für sich selbst viel lernen können. Jugendpartizipation und Hilfe zur Selbsthilfe zeichnen Leonies Engagement aus. „Wenn ich den Kindern helfe, sich sozial zu engagieren, dann bin ich stolz auf diese Kinder und auf mich selbst. Ich fühle mich selbstbewusst und dankbar hier in Ostfriesland", sagt der 18-jährige Anas. Wie auch anderen projektbeteiligte Jugendlichen, kommt  er aus dem Kriegsgebiet in Syrien und leitet ehrenamtlich Sportgruppen für die Kinder.

 

Während des Projektes haben sich die unterschiedlichen Nationalitäten besser kennengelernt, Vorurteile abgebaut und voneinander gelernt. Zusammen haben sie Themenbereiche ausgesucht, welche für beiden Seiten interessant sein sollen und haben entsprechende Kurse durchgeführt. Die projektbeteiligten Jugendliche aus Flüchtlingsfamilien haben ihre Lebenserfahrungen aus verschiedenen Alltagsbereichen an die Jüngeren vermittelt. Solche Kurse, wie „Klettern", „Paddeln“, „Basketball“ oder "Schwimmen" wurden während der Projektlaufzeit zum festen Bestandteil des Projektes. Besonders erfolgreich lief das Schulübergreifendes Jugendprojekt "Breakdance an sozialen Brennpunkten".  Durch die gemeinsame Arbeit an den Projekten mit integrativem Schwerpunkt, wurde das Verständnis für einander, dass Zusammenleben zwischen einheimischer und zugewanderter Jugend, das Verständnis zwischen den Kulturen gefördert und das Selbstwertgefühl der Teilnehmer/innen gesteigert. Die projektbeteiligten Kinder und Jugendliche haben aus ihrer Einsamkeit herausgefunden, Kontakte zu den örtlichen Sportvereinen und Gruppen geknüpft, oder Online- Freundschaften geschlossen.

 

Dank dem leidenschaftlichen Engagement von Leonie ist eine intensive Kooperationsarbeit mit den regionalen Sportvereinen und Schulen entstanden. Eine besondere Stärke des Engagements von Leonie liegt in der Partizipation. Eigenverantwortliche Planungen, Koordinationsarbeit innerhalb des Projektes, sowie gemeinsame Durchführung von zahlreichen Aktivitäten, tragen dazu bei, dass die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen zu selbstbewussten „Mit-Arbeitern" wurden, ihre Vorurteile gegenüber anderen Kulturen abbauen und neue Freundschaften schließen konnten. Von Leonie trainierte Breakdancer tanzten bereits bei dem Tag der offenen Tür im Bundesinnenministerium sowie beim Bundespräsident Joachim Gauck.

 

„Die Jugend von heute ist besser als ihr Ruf“, pflegt Leonie immer zu sagen, und lebt das auch vor.

 

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